Gebete in bewegenden Zeiten (1) | Ev. Trinitatis-Kirchengemeinde Berlin-Charlottenburg
Veröffentlicht am Fr., 27. Mär. 2020 10:39 Uhr

Liebe Gemeindeglieder der Trinitatis-Kirchengemeinde,

im Augenblick müssen Sie auf liebgewordene kirchliche Angebote verzichten. Dazu gehören vor allem unsere Sonntagsgottesdienste in der Trinitatiskirche. Wir haben uns entschlossen, an den kommenden Sonntagen, an denen kein Gottesdienst stattfindet, einen Angebot zu machen, mit dem wir Ihnen die Möglichkeit eröffnen wollen, am Sonntag um 10.00 Uhr im stillen Gebet zuhause an Ihre Mitmenschen und Lieben in nah und fern zu denken. Jeden Sonntag werden um 10.00 Uhr die Glocken unserer Trinitatiskirche für fünf Minuten läuten, gleichsam als Impuls für eine persönliche Gebetszeit. Diese Gebete stehen auf unserer Homepage (www.trinitatis-berlin.de) und sind auch analog in ausgedruckter Form in den Plexiglaskästen am Gemeindehaus und an der Kirche zu finden. So wollen wir in dieser schwierigen und für viele bewegenden Zeit miteinander verbunden bleiben.  

Bleiben Sie und Ihre Lieben gesund und behütet. In der Verbundenheit unseres Glaubens grüßen Sie herzlich

Ihr Pfarrer Ulrich Hutter-Wolandt und Ihr Pfarrer Manfred Naujeck.


Ein Gebet zum Durchatmen

O Gott, es gibt vieles, das ich nicht weiß. Es gibt vieles, das ich nicht durchschaue. Es gibt vieles, das ich nicht in der Hand habe. Wenn ich mich ohnmächtig fühle, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht das Ganze bewältigen muss, sondern das tun kann, was mein Part ist. Wenn ich verunsichert bin, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht alleine bin und dass unsere Weisheit gemeinsam reicher ist. Wenn ich Angst habe, will ich einmal tief durchatmen und darauf vertrauen, dass ich nicht aus Gottes Nähe herausfalle, sondern dass Gottes Geist mir nahe ist. Was ich weiß, ist: Mein Leben und meine Liebe und meine Würde reichen so viel weiter als das, was ich leisten oder tun kann. Was ich sehen kann, ist: Nach jedem Winter kommt der Frühling und neues Leben wächst aus dem kalten Erdboden. Was ich kann, ist tief durchatmen und dieser Welt Liebe einflößen, die sie so dringend braucht. „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

(Gottesdienstinstitut der Nordkirche, Gebete und Texte in Corona-Zeiten)

 

 

Gebet über Engel, die guttun

Jetzt, mein Gott, täten Engel gut. An unserer Seite und um uns herum. Denn wir brauchen Mut. Und Phantasie. Und Zuversicht. Darum: Sende deine Engel. Zu den Kranken vor allem. Stille Und zu den Besorgten. Stille Sende deine Engel zu denen, die anderen zu Engeln werden: Ärztinnen und Pfleger, Rettungskräfte und Arzthelferinnen, alle, die nicht müde werden, anderen beizustehen. Stille Sende deine Engel zu den Verantwortlichen in Gesundheitsämtern und Einrichtungen, in Politik und Wirtschaft. Stille Und zu den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf der Suche nach Heilmitteln und Impfstoffen. Stille Sende deine Engel auch zu denen, an die kaum jemand denkt – jetzt in der Zeit der Epidemie: Die Menschen auf der Straße, die Armen, die Geflüchteten in den Lagern in Griechenland und im türkisch-griechischen Grenzgebiet. Stille Jetzt, mein Gott, tun uns die Engel gut. Du hast sie schon geschickt. Sie sind ja da, um uns herum. Hilf uns zu sehen, was trägt. Was uns am Boden hält und mit dem Himmel verbindet, mit dir, mein Gott. Denn das ist’s, was hilft und tröstet. Jetzt und in Ewigkeit. Amen.

(Doris Joachim, Zentrum Verkündigung der Ev. Kirche von Hessen und Nassau)

 

Bibelworte aus den Psalmen als Hilfe in Corona-Zeiten

„Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstet in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!“ (Psalm 4,2)

 

HERR, wie lange willst du mich so ganz vergessen? Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir? Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele und mich ängstigen in meinem Herzen täglich? (Psalm 13,2f.)

 

Psalm 23 Übertragung einer Konfirmandin Der Herr ist mein Beschützer, er gibt mir, was ich brauche. Er erquickt meine Seele, er führet mich auf rechter Straße, dort begleitet er mich und macht mich froh, wohin ich auch geh. Er bei mir und beschützt mich, er tröstet mich und nimmt mir meine Angst. Du vergibst mir und lässt mich mit meinen Feinden versöhnen. Gutes und Barmherzigkeit werde ich bei mir tragen und ich werde bleiben an deiner Seite und dir folgen. (Merrit)

 

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?“ (Psalm 27.1)

 

 „HERR, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit! Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!4Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.“ (Psalm 31,2-4)

 

Abendgebet in Corona-Zeiten

Gott, am Ende dieses Tages breite ich vor dir aus, was heute gewesen ist. …

Viel Unruhe und Unsicherheit, Unplanbarkeit, nicht wissen, was kommt prägt diese Tage. Manchmal zittert mein Herz, Gott und manchmal bin ich überrascht, was das alles verändert und ermöglicht. Gott, ich bitte für all die, die jetzt in Angst und Schrecken leben, die erkrankt sind und um ihr Leben ringen, die um ihre Existenz fürchten. Du bist bei ihnen allen, gehst Schritt für Schritt mit, findest Wege und Möglichkeiten, du Gott des Lebens. Sei auch bei mir. Behüte deine Menschen. Geleite mich und uns zur Ruhe der Nacht. Schenke Frieden den Herzen und dieser Erde. Amen.

(Magdalene Hellstern-Hummel, Referentin für Spiritualität und geistliches Leben, Nordkirche)

 

Gebet in Corona-Zeiten

Herr, sei uns nahe in der Angst. Was gestern noch so selbstverständlich war, gilt heute nicht mehr. Ein Virus verändert unser Leben und unsere Welt. Wir bitten für die Kranken und Sterbenden, für die Menschen in den Pflegeheimen. Sei du ihnen nahe, wo wir es nicht sein dürfen.

Wir bitten dich für die Ärzte und Pflegekräfte, für die Forscher auf der Suche nach Medikamenten und Impfstoffen. Sei ihnen nahe, bewahre und stärke sie.

Wir bitten für die Mitarbeiter in den Lebensmittelläden und der BVG, die Polizisten und Feuerwehrleute, für alle, die dafür arbeiten, dass unser Leben weitergeht. Sei ihnen nahe und schütze sie.

Wir bitten für die Politiker und die Verantwortlichen in der Wirtschaft. Sei ihnen nahe und hilf ihnen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Wir bitten dich für die, die auf dem Weg nach Hause sind und noch nicht wissen, wann sie ihr Ziel erreichen werden, für die, die ihre Arbeit verloren haben, für die, die um ihre Existenz fürchten müssen. Sei ihnen nahe und gib ihnen Halt.

Wir bitten dich für die Einsamen, für die Hilfebedürftigen und Obdachlosen. Wir bitten dich für die Flüchtlinge weltweit. Sei ihnen nahe und gib uns offene Augen, damit wir gerade jetzt ihre Not nicht übersehen.

Wir bitten für unsere Freunde und Familien, für die Menschen, die wir lieben. Wir bitten auch für uns selbst. Sei uns nahe in der Angst, führe uns durch die Angst. Auf dich vertrauen wir. Amen

(Karin Schomäcker, Diakonin, Ev. Trinitatis-Kirchengemeinde)

 

 

 


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